GENESIS-LiVE auf der 26. NWK an der HS Schmalkalden

von Jing Liu

GENESIS-LiVE auf der 26. NWK an der Hochschule Schmalkalden

Gruppenbild von 26. NWK, von Hochschule Schmalkalden

Am 21. und 22. Mai 2026 fand an der Hochschule Schmalkalden die 26. Nachwuchswissenschaftler*innenkonferenz (NWK) statt. Unter dem Motto „Verstehen – Erklären – Gestalten“ kamen rund 125 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus 30 Einrichtungen und acht Bundesländern zusammen, um aktuelle Forschungsarbeiten vorzustellen, zu diskutieren und sich über Fachgrenzen hinweg zu vernetzen.

Auch das Projekt GENESIS-LiVE war in diesem Jahr mit einem Beitrag vertreten. Projektmitarbeiter Jing Liu nahm als Vertreter des Projektteams an der Konferenz teil und stellte in seinem Vortrag aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Projekt vor. Im Mittelpunkt des Beitrags stand die Entwicklung einer Machine-Learning-Pipeline zur Vorhersage des Virulenzpotenzials von Listeria monocytogenes auf Basis genomischer Daten.

Vortrag von GENESIS-LiVE; Foto: Marlies Gollnick | HS Harz

Um das Virulenzpotenzial von Listeria monocytogenes systematisch untersuchen zu können, wurde im Projekt eine erste reproduzierbare Pipeline entwickelt. Diese umfasst unter anderem die Aufbereitung genomischer Daten, die Extraktion geeigneter Merkmale, das Training verschiedener Machine-Learning-Modelle sowie die Auswertung der Vorhersageleistung. Die vorgestellten vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass die Nutzung genomischer Merkmale für die Klassifikation unterschiedlicher Virulenzklassen grundsätzlich vielversprechend ist.

Neben den bisherigen Ergebnissen wurden im Vortrag auch zentrale Herausforderungen und nächste Schritte vorgestellt. Dazu gehören eine detailliertere Merkmalsextraktion, die Einbeziehung klinischer Daten zur Weiterentwicklung der Klassifikationsstrategie sowie die biologische Interpretation der Modellvorhersagen. Ziel ist es, langfristig einen flexiblen und interpretierbaren Workflow zu entwickeln, der die Forschung im Bereich Lebensmittelsicherheit und Ausbruchsuntersuchung unterstützen kann.

Der Vortrag stieß bei den anwesenden Wissenschaftler:innen auf Interesse und führte zu fachlichen Rückfragen sowie einem angeregten Austausch über methodische Details und mögliche Weiterentwicklungen. Da auf der NWK erstmals aktuelle Forschungsergebnisse aus GENESIS-LiVE präsentiert wurden, bot die Konferenz eine besondere Gelegenheit, den bisherigen Projektstand einem wissenschaftlichen Publikum vorzustellen und neue Impulse für die weitere Arbeit zu gewinnen.

Teil des Hochschule Harz Teams; Foto: HS Harz

Neben GENESIS-LiVE war die Hochschule Harz mit weiteren Beiträgen auf der Konferenz vertreten. Marlies Gollnick, Madeleine Linke und Mariana Chavez Avila präsentierten ebenfalls ihre wissenschaftlichen Arbeiten im Rahmen der NWK. Insgesamt boten die zwei Konferenztage eine wertvolle Möglichkeit, Forschungsergebnisse sichtbar zu machen, den Austausch mit Nachwuchswissenschaftler:innen anderer Einrichtungen zu stärken und neue Perspektiven für die weitere wissenschaftliche Arbeit zu gewinnen.